Schönheitsideale sind eine Auswahl an körperlichen Merkmalen anhand derer man eine Person als schön oder attraktiv beurteilt. Diese Merkmale variieren zwischen den unterschiedlichen Kulturen und verändern sich mit dem Wandel der Gesellschaft aber sie werde als natürlich und unveränderbar gesehen. Das Schönheitsideal des letzen Jahrhunderts war eine Frau mir vollen Hüften, einer schmalen Taille und üppigen Brüsten. In Amerika spielte auch die Rassenherkunft eine wichtige Rolle beim Schönheitsideal. So galten lange blonde Haare, große blaue Augen, eine kleine Nase und helle Haut als besonders schön. Weiße Haut signalisierte auch die Herkunft aus einer besseren Klasse, da sie nicht von der Arbeit in der Sonne gebräunt war. Dieses Ideal verschwand bzw. kehrte sich mit der Industrialisierung um. Dann nämlich galt man als besser situiert wenn man sich die Freitzeit sich von der Sonne bräunen zu lassen gönnen konnte. Für beide Geschlechter gilt noch heute, schönsein bedeutet: einen wohlgeformten Körper und langes, volles Haar zu haben, jedoch wenig Haare am Körper zu haben.
Diese Schönheitsideale werden noch immer über sämtliche Kanäle reproduziert und verreitet, damit sie uns über alle Wege der Kommunikation erreichen.
Popkultur und die Unterhaltungsindustrie werden als einer der wichtigsten Anbieter für in der Verbreitung von Schönheitsidealen. Man muss nur die Cover der Männer- und Frauenzeitschriften betrachten und kann fast überall Headlines wie „Die 40 besten Schönheitstipp“ lesen. Auf diese subtile Art und Weise werden die vielen Schönheitsideale in unser aller Leben verwoben. Durch Schönheitsmagazine leben sogar eigene Wirtschaftszweige, wie etwa die Schönheitschirurgie, Kosmetikfirmen und Pharmakonzerne die sich auf Appetitzügler spezialisiert haben. In den Familien werden die Schönheitsideale auch schon unbewusst injiziert, wenn beispielsweise eine Mutter zu ihrer Tochter meint, dass sie wunderhübsch aussehen würde wenn sie es nur endlich schaffen würde die überflüssigen 10 Kilos abzunehmen.Wie sie sehen werden wir ständig und unterbewusst mit den Richtlinien der aktuellen Schönheitsideale gefüttert.
Der Feminismus war schon immer sehr kritisch im Bezug auf die Schönheitsideale. Die Blackpower – Bewegung wollte auch eine Umkehr der vorherrschenden Schöheitsideale bewirken und propagierte den Slogen: „Black is beautyful“. Auch die Riot Grrrls haben auf eine eigene Art und Weise die gängigen Schöneheitsideale novelliert. Indem diese Strömung typisch weibliche, schöne Elemente wie etwa Barbiepuppenkleider mit wenig weiblichen Elementen wie Springerstiefeln kombiniert.
Es gibt aber auch in den heutigen Medien weit mehr schönheitsidealuntypische Stars die berühmt sind, vor 50 Jahren war dies noch unvorstellbar. Jennifer Lopez beispielsweise ist mit ihrem J.Lo Po total untypisch, da er für das gängige Schönehitsideal vollkommen überdimensioniert ist. Genaus so wie Julia Robert oder Tyra Banks nicht dem führenden Schönheitsideal von langem blondem Haar und großen blauen Augen entsprechen. Dies zeigt uns schon, dass in den letzten Jahren eine große Anzahl und Diversität von Schönheitsidealen entstanden ist aus dem man auswählen kann.
Die Anhänger der 3rd wave feminism haben die Spannweite des Diktates der Schönheitsideale schon erkannt und versuchen nicht so wie die KämpferInnen des 2nd wave feminism gegen alle anzukämpfen. Indem sie beispielsweise keinen Lippenstift verwenden um nicht dem Diktat der Weiblichkeit zu unterliegen. Die 3rd wave Gruppierung spielt vielmehr mit den Schönheitsidealen und versteht es sie überspitzt darzustellen oder sie durch gewollte Übertreibung ins Lächerliche zu ziehen. Der Kampf gegen die Schönheitsideale kann, so denke ich, nur geschehen wenn man sich seine Praktiken zu nutze macht und sie dann gegen sie verwendet. Man muss damit soviele Menschen erreichen wie sie auch von den dicht gewebten Netzen der Konsumindustriediktatoren verseucht werden.
Einige tolle Beispiele für 3rd wave feminism Aktivisten sind die französische Künstlerin Orlan, die Autorin Namie Wolf oder auch die Praxis des Radical cheerleadings! Mehr darüber in meinem nächsten Blogeintrag!
Be beauty
…..beautychicken! :8
Quelle:
(vgl. The Women’s Movement Today: An encyclopedia of Third-wave Feminism. Hg. von Leslie L. Heywood, 2006.)